- an alle Stadtverordneten der Stadtvertretung Bad Oldesloe
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Empörung haben die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieses Briefes den BSKA Beschluss vom 04.03.09 zur Kenntnis genommen, der eine räumliche Verkleinerung der Bibliothek zur Folge hätte.
Die Stadtbibliothek Bad Oldesloe ist eine wichtige öffentliche Einrichtung, die für Bad Oldesloe und für die Umlandgemeinden von enormer Bedeutung ist.
Die Stadtbibliothek leistet einen unschätzbaren Beitrag zu einer familien- und kinderfreundlichen Stadt Bad Oldesloe. Dies wurde in den letzten Jahrzehnten von den politischen Parteien der Stadt ebenso gesehen und der Ausbau sowie die attraktive Gestaltung konsequent vorangetrieben.
Durch das neue Regalsystem können die Bücher und Zeitschriften ansprechend präsentiert werden und machen neugierig. Die verbreiterten Gänge ermöglichen auch Menschen, die auf einen Gehstock, Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind sowie Eltern mit Kinderwagen eine barrierefreie Nutzung.
Der neugestaltete Kinderbereich wird von Familien stark frequentiert und lädt zum Stöbern, Verweilen und Entdecken neuer Bücher ein. Besonders gut wird dieser Bereich auch von Grundschulklassen angenommen. Dies ist ein hervorragender Beitrag zur Lesekompetenzförderung für die Jüngsten. Die zusätzlichen Angebote der Stadtbibliothek wie z.B. das Lesekino und die Zusammenarbeit mit den Schulen sind weitere wichtige Angebote die es zu erhalten und auszubauen gilt.
Das Wissen der Bibliothek, ihr Bestand an Büchern, Datenbanken, Zeitschriften, DVD´s und CD´s ist für alle da. Die Möglichkeit in der Stadtbibliothek zu arbeiten und das Internet zu nutzen eröffnet auch Menschen mit geringen finanziellen Mitteln eine bestmögliche Teilhabe an Information und Bildung. Wer zu Hause keinen Internetzugang hat, benutzt den der Bibliothek. Jeder kann sich frei bedienen, hat Zugang zu allen möglichen Informationen. Hier ist zu betonen, dass keine andere Einrichtung Menschen einen kostenfreien Zugang ermöglicht und dieser daher unbedingt weiter ausgebaut werden sollte. Das ist ganz alltägliche Informationsfreiheit - und die ermöglicht Meinungsvielfalt. Demokratie eben.
Die Diskussion der letzten Wochen und der Beschluss des BSKA vom 4.3.2009 lassen uns jedoch befürchten, dass sich hier eine Kehrtwendung mit unwiderruflichen Konsequenzen abzeichnet, die so nicht gewollt sein können. Nachdem die Stadtbibliothek mit hohem Kostenaufwand neu gestaltet wurde, soll nun ein Teil des Gebäudes einer anderen Nutzung zugeführt werden. Dadurch verliert die Stadtbibliothek nicht nur ca. 1/5 der öffentlichen Nutzungsfläche, sondern auch jede Möglichkeit der Erweiterung. Diese ist jedoch zwingend notwendig, um eine zeitgemäße Nutzung auch in Zukunft garantieren zu können und gleichzeitig die Arbeitsplätze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemäß den arbeitssicherheitstechnischen Anforderungen zu gestalten.
Eine Reduzierung der Bibliotheksfläche, schon gar keine so drastische, wie im BSKA beschlossen, wird von den Leserinnen und Lesern der Bibliothek nicht hingenommen!
Außerdem wird durch diesen Beschluss die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Kitas und der Stadtbibliothek gefährdet, da diese Arbeit einen separaten Schulungsraum benötigt, der nach einer so gravierenden Raumreduzierung nicht mehr vorhanden wäre. Die Leseförderung der jungen Nutzer wird dadurch erheblich eingeschränkt. Dies steht im krassen Gegensatz zu allen politischen Forderungen, Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zu fördern und zu stärken.
Dem erhöhten Raumbedarf sowohl des Heimatmuseums als auch der Stadtbibliothek nachzukommen, ist unserer Auffassung nach im jetzigen Gebäude nicht möglich.
Wir fordern Sie als unsere politische Vertretung auf, eine Lösung zu finden, die den jetzigen Standard der Stadtbibliothek beibehält, endlich einen barrierefreien Zugang für alle Menschen schafft und einen Ausbau der Büroräume entsprechend der Arbeitssicherheitsvorschriften ermöglicht.
Bad Oldesloe braucht eine Stadtbibliothek, die auch in Zukunft auf neue Anforderungen reagieren und ihren Auftrag, einen freien Zugang zu allen Informationen und Bildung zu ermöglichen, erfüllen kann. Hierzu gehören auch ausreichende technische und räumliche Ressourcen.
Gez. Ulrike Haeusler, Sybille Klingner, Birgit Weißmann, Prof. Dr. Ute Krauß-Leichert, Peter Stäcker, Andreas Zimmermann, Harry Mähl, Torben Klöhn, Christiane Willemsen
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